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Sim-Lab DDS26 und DDS39 im Vorverkauf: 39 Nm und 350 V unter der Haube

Sim Racing Nerd

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01/08/2026

Sim-Lab nimmt nun Vorbestellungen für seine ersten beiden Direct-Drive-Antriebe entgegen, und die Leistungsdaten können sich sehen lassen: 39 Nm für den DDS39 zum Preis von 1.999 Euro – das sind mehr als die vom Simucube 3 Ultimate angekündigten 35 Nm – und 26 Nm für den DDS26 zum Preis von 1.499 Euro. Das eigentliche Thema liegt jedoch woanders. Diese beiden Antriebe arbeiten mit einem internen 350-V-Bus, während sich fast das gesamte Spitzensegment mit 48 V begnügt – und diese Entscheidung erklärt fast alle weiteren Angaben in ihrem technischen Datenblatt.

Was der 350 V wirklich verändert

Im Einzelnen liefert dieser Bus 25 A am DDS26 und 40 A am DDS39. Sollten Sie auf die Bezeichnungen DD26 und DD39 stoßen, handelt es sich um dieselben Geräte: Der Hersteller verwendet auf seiner eigenen Website abwechselnd beide Schreibweisen.

Die Erklärung der Marke lässt sich in einem Begriff zusammenfassen: der Spannungsspielraum. Wenn der Motor schnell dreht, erzeugt er eine Gegenspannung, die mit der Drehzahl ansteigt, und ein Regler kann nur dann Strom zuführen, wenn dieser Wert nicht unterschritten wird. Bei 48 V erzielt man Drehmoment bei niedriger Drehzahl durch die Zufuhr von viel Strom, doch die Reserve ist schneller aufgebraucht und die Übergänge verlangsamen sich. Bei 350 V bleibt genügend Reserve, um sofort wieder anzuspringen, wenn das Lenkrad die Richtung wechselt. Sim-Lab stellt dies als Kompromiss dar, nicht als Überlegenheit: schnellere Übergänge, aber eine deutlich größere Stromversorgung.

Für eine Marke, die Aluminiumprofil-Rahmen und so ziemlich alles verkauft, was daran befestigt werden kann, ist dies eine deutliche Neuausrichtung. Sim-Lab hat diesen Schritt nicht allein vollzogen: Der technische Teil stammt nicht von Sim-Lab, sondern von SOLO Motorcontrollers, einem italienischen Spezialisten für Motorsteuerungen. Sim-Lab lieferte das Lastenheft, den Passthrough und den Quick-Release; die Produktion erfolgt in Italien. Auch im Datenblatt spiegelt sich die gleiche industrielle Kultur wider: ein bürstenloser SPMSM-Motor in Industrieausführung und serienmäßiges STO (Safe Torque Off) – eine Seltenheit bei Geräten für den Massenmarkt. Beide Basismodelle wurden bereits im Oktober 2025 auf der SimRacing Expo ausgestellt.

Direkte Folge: Das Netzteil wird in die Basisstation eingesteckt

Dieses große Netzteil musste irgendwo untergebracht werden. Sim-Lab erklärt, dass es ab einer Leistung von 500 bis 600 W keine geeigneten externen Netzteile für den Endverbraucher gibt, sondern lediglich sperrige und laute Industriegeräte. Daher ist alles integriert: 1.500 W Spitzenleistung beim DDS26, 2.500 W beim DDS39, mit einem einfachen Netzanschluss für 110/240 VAC.

Der Preis dafür lässt sich auf der Waage ablesen: 11,1 kg und 13,5 kg. Im Gegenzug benötigen Sie nur ein einziges Kabel und es gibt keine Gehäuse unter dem Rig. Die Montage erfolgt auf seitlichen Schienen oder als Front-Mount, und der industrielle Schleifring lässt sich von der Vorderseite aus austauschen.

Die Beziehung, die nicht zerbricht, und wie man sie darstellt

Ein weiteres wichtiges Versprechen betrifft die Dauerleistung. Bei vielen Antriebssystemen lässt das Drehmoment bei steigender Temperatur nach, sodass die Rückstellkraft gegen Ende der Fahrphase nachlässt. Sim-Lab verfolgt hier einen gegenteiligen Ansatz: Das maximale Drehmoment wird so lange aufrechterhalten, wie Sie fahren. Dies wird durch die integrierte aktive Belüftung gewährleistet.

Was das Spielgefühl angeht, hat sich die Philosophie seit den ersten Demos nicht geändert: Es soll kein Force-Feedback erzeugt werden, sondern das Signal des Spiels so originalgetreu wie möglich wiedergegeben werden, auch wenn dies eine anschließende Filterung erfordert. Kleine Details sollen wirklich klein bleiben, damit die großen Stöße auch groß wirken. Die DSP-Schleife mit über 100 kHz und der 24-Bit-Encoder mit seinen 16,7 Millionen Schritten pro Umdrehung dienen diesem Ziel ebenso wie RaceDirector und dessen Echtzeit-Telemetrie für die Force-Feedback-Werte.

Die Vorbestellung ist ab dem 1. August möglich

Was den Verkaufspreis betrifft, so wird die DDS26 für 1.499 Euro und die DDS39 für 1.999 Euro angeboten, inklusive 21 % niederländischer Mehrwertsteuer. Der Endpreis richtet sich dann nach dem Lieferland. Diese Preise verstehen sich ohne Schnellwechselvorrichtung, außer bei der Founders Edition.

Den Auftakt macht diese Founders Edition: nummerierte Exemplare, eine spezielle Gravur, ein Xero-Play V2-Quick-Release-System und ein Sammlerheft. Der Passthrough liefert 2.500 mA bei 5 V, im Vergleich zu 500 mA bei einem herkömmlichen USB-Anschluss.

Die Reservierung erfolgt gegen eine rückerstattbare Anzahlung, der Versand erfolgt vom europäischen Sim-Lab-Hub aus, und die Bundles mit den selbst entwickelten Chassis werden nach der Markteinführung geliefert. Der Ansatz ist schlüssig und ehrlich gesagt sehr interessant zu verfolgen. Nun fehlt nur noch die Fahrzeit am Lenkrad, um eine Entscheidung zu treffen.

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