Nach mehr als zwanzig Jahren des Wartens erhält die nordamerikanische Formel-Rennserie nun ihr eigenes offizielles Spiel. Das Projekt mit dem Titel „INDYCAR Racing The Game“, das iRacing Studios anvertraut wurde, wirft von Anfang an eine interessante Frage auf: Soll ein Spielerlebnis angestrebt werden, das sowohl auf der Konsole als auch auf dem PC deutlich zugänglicher ist als die PC-Simulation iRacing, ohne dabei die Authentizität zu verlieren, für die das Unternehmen bekannt ist? Genau darin liegt die Kunst, die richtige Balance zu finden, und die Ankündigung vom 10. Juli gibt bereits einen kleinen Einblick in die Vorgehensweise.
Die Kurzmeldung: ein Name, Plattformen, Anfang 2027
Erster Punkt: der Zeitplan. Das Spiel, das ursprünglich für 2026 erwartet wurde, wird offiziell auf Anfang 2027verschoben. Diese Verschiebung zielt darauf ab, die Veröffentlichung mit der 111. Ausgabe des 500-Meilen-Rennens von Indianapolis zusammenfallen zu lassen, das für den 30. Mai 2027 angesetzt ist. Tony Gardner, Präsident von iRacing, fasst das Projekt in einem Satz zusammen: „Wir können es kaum erwarten.“ Was die Plattformen betrifft, so wird das Spiel für PS5, Xbox Series X|S und PC über Steam angekündigt. Alex Damron, Marketingleiter von INDYCAR, unterstreicht im Zusammenhang mit der Ankündigung das Ziel einer „hyperrealistischen“ Darstellung.
Die Entscheidung für die Orontes Engine anstelle der Unreal Engine
Auf technischer Ebene zeigt das Projekt seine Absichten. Während sich die NASCAR-Spiele desselben Herausgebers für die Unreal Engine entschieden haben, beschreitet dieses Projekt einen eigenen Weg. Die Entwicklung wird vom Studio Orontes Games geleitet, das auf seine eigene Engine,die Orontes Engine, setzt, die bereits im Offroad-Spiel ExoCross zum Einsatz kam.
Diese Entscheidung verfolgt ein Ziel: eine große Menge an physikalischen Daten zu verarbeiten und gleichzeitig das Spielerlebnis so zu optimieren, dass es zugänglicher ist als ein Hardcore-Simulator, insbesondere bei der Steuerung mit dem Controller. Anstatt bei der Physik ganz von vorne anzufangen, dürfte das Studio eine Brücke zu seiner PC-Simulation schlagen. Das Spiel würde somit Assetsaus iRacing wiederverwenden: die Steuerung des neuen Hybridsystems, aber auch bereits im Simulator modellierte Strecken wie den Barber Motorsports Park oder den Stadtkurs von St. Petersburg. Eine glaubwürdige Abkürzung in der Produktion, die es dem Studio ermöglicht, den Rahmen zu verfeinern: einen mehrstufigen Karrieremodus, einen Online-Multiplayer-Modus und die Integration der Nachwuchsklasse Indy NXT.

2028 im Visier: Der letzte Auftritt des Dallara IR18?
Die Verschiebung auf das Jahr 2027 gibt auch Aufschluss über den Inhalt. Die ersten vom Herausgeber bereitgestellten Bilder zeigen die Rennwagen von Pato O’Ward (Arrow McLaren) und Álex Palou (Chip Ganassi Racing) in ihren Lackierungen für das Jahr 2026, wobei das Studio nicht präzisiert hat, ob das Spiel die Saison 2026, 2027 oder beide.
Auf der Rennstrecke wird die IndyCar-Serie jedoch bis zum Jahr 2028 auf neue Fahrgestelle und neue Motoren umstellen. Die Veröffentlichung des Spiels Anfang 2027 könnte daher eine der letzten Gelegenheiten sein, die aktuelle Generation des Dallara IR18 mit Aeroscreen zu fahren, bevor dieser ersetzt wird. Die Realitätsnähe dieser Modelle bleibt das zentrale Anliegen, da echte Fahrer wie Scott McLaughlin (Team Penske) an der Entwicklung beteiligt sind. Man muss die detaillierte Ankündigung der Spielmodi und des Preises abwarten, die in den kommenden Monaten erwartet wird, um beurteilen zu können, ob es dem Titel gelingt, die Authentizität von iRacing mit der Zugänglichkeit auf der Konsole zu verbinden. Derzeit sind noch keine Vorbestellungen möglich.







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